Bessere Entscheidungen treffen

Untersuchungen zeigen, Erfolgsquoten von Entscheidungen sind schlecht. Wie Sie Ihre Erfolgsquote bei Entscheidungen erhöhen erfahren sie in diesem Beitrag. Entscheidungen haben kurzfristige, mittelfristige und auch sehr langfristige Konsequenzen. Die Auswirkungen sind auf den ersten Blick meist nicht zu erkennen. Oftmals stellt sich eine Entscheidungen als falsch heraus obwohl sie auf den ersten Blick richtig erschienen. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer aber dann ist es zu spät. Warum ist das so und wie wird es besser gemacht?

Berufsleben

Eine Führungskraft in einem Unternehmen trifft täglich weitreichende Entscheidungen. Mitarbeiter werden eingestellt und entlassen. Preise werden erhöht oder reduziert. Kunden werden hinzugewonnen und auch wieder entlassen. Zu den grössten Entscheidungen im Geschäftsleben gehören Firmenübernahmen. Es gibt amerikanische Studien, die zeigen dass Firmenübernahmen oder Zusammenschlüsse in den allermeisten Fällen keinen Mehrwert für die Aktionäre bringen. Desweiteren haben Wissenschaftler herausgefunden dass zum Beispiel Lehrer eine höhere Wahrscheinlichkeit haben im Beruf zu versagen als ihre Schüler und Studenten. In einer anderen Untersuchung wurden Führungskräfte zur Erfolgsquote ihrer Entscheidungen befragt und 60% der Führungskräfte sagten dass die Anzahl guter und schlechter Entscheidungen ungefähr die Waage halten. Das spricht nicht gerade für die Entscheidungen der Manager im Geschäftsleben.

Privatleben

Im privaten Bereich ist es nicht besser. Immer wieder werden falsche Investmententscheidungen getroffen, Aktien oder Fonds hoch gekauft und niedrig verkauft. Ein Gebrauchtwagen wird angeschafft, der sich später als Rostlaube herausstellt. Ein Urlaub wird aufgrund einer tollen Broschüre gebucht und vor Ort liegt das Hotel zwischen zwei Großbaustellen. Falsche Freunde führen zu verpassten Lebenschancen und die vielen Ehescheidungen der westlichen Welt zeugt von vielen falschen Entscheidungen bei der Partnerwahl.

Aus dem Bauch

Das Bauchgefühl wird häufig empfohlen um um eine gute Entscheidung zu treffen. „Aus dem Bauch heraus“ wird entschieden. Der Bauch weiß schon was gut ist. Die oben genannten Fakten sprechen leider nicht dafür, dass unser Bauch die richtigen Entscheidungen trifft. Warum machen wir so viele Fehlentscheidungen?

Normalerweise gehen wir bei einer Entscheidung folgender Maßen vor:

  1. Möglichkeiten auswählen (meistens zwei Alternativen)
  2. Analyse der Möglichkeiten (es werden Daten und Fakten verglichen)
  3. Entscheidung 
  4. Damit leben

Dabei vergessen wir dass es Fallstricke und unterbewusste Feinde guter Entscheidungen gibt.

Die dunkle Seite 

Auf den ersten Blick sollte die oben beschriebene Vorgehensweise „eigentlich“ ausreichen. Aber eben nur „eigentlich“. Es scheint im ersten Moment einfach eine Entscheidung zu treffen, weil die Alternativen so klar erscheinen. Viele vergessen dabei die dunkle Seite der der Entscheidungsfindung die zu Fehlentscheidungen führen:

  1. Selbsteinschränkung
  2. Befangenheit
  3. Kurzfristige Emotionen
  4. Übersteigertes Selbstvertrauen

1.) Selbsteinschränkung

Meistens sehen wir nicht alle möglichen Optionen. Unser Blickfeld ist eingeschränkt. Anstatt das eine oder das andere gibt es auch noch das eine mit dem anderen oder eine ganz andere Möglichkeit die wir noch nicht kennen. Wir schränken uns durch einen zu eng gesetzten Rahmen zu stark ein und haben deswegen die beste Option gar nicht zur Verfügung.

2.) Befangenheit

Wir neigen dazu unsere eigenen Glaubenssätze zu bestätigen indem wir nach Daten suchen die unsere Glaubenssätze untermauern ohne sie zu hinterfragen. Dabei unterstützen wir unterbewusst die bevorzugte Möglichkeit.

3.) Kurzfristige Emotionen

Wir werden nur zu leicht von unseren Emotionen beeinflusst. Ohne die nötige Objektivität und Distanz führt das zu falschen Entscheidungen.

4.) Übersteigertes Selbstvertrauen

Wir haben zu viel Vertrauen in unsere eigenen Vorhersagen und hinterfragen sie nicht. Es kann nicht sein was nicht sein darf.

Meine Vorgehensweise

Um Fehlentscheidungen im Leben zu vermeiden, empfehle ich insbesondere bei größeren Entscheidungen eine strukturierte Vorgehensweise.

1.) Erweitern

Zuerst sollten bei der Suche nach möglichen Optionen die Möglichkeiten erweitert werden. Wir müssen möglichst alle Optionen suchen, die es für den Fall gibt. Vielleicht gibt es Möglichkeiten die im ersten Moment noch gar nicht berücksichtigt werden. Dadurch wird vermieden dass der Entscheidungsrahmen zu eng gesteckt wird und die beste Möglichkeit gar nicht berücksichtigt wird. Andere Meinungen, auch von vermeintlich Unbeteiligten sollten mit einbezogen werden. Eine Entscheidung hat oft unvorhergesehene Auswirkungen auf andere. Wird sie unilateral getroffen werden resultiert das in oft negative Auswirkungen auf andere und letztlich auf das Gesamtergebnis. Die geplante Einsparung verpufft, den die Kosten sind höher als ursprünglich gedacht. Das steht einer guten Entscheidung im Wege.

2.) Distanz

Emotionen spielen bei Entscheidungen leider eine zu große Rolle. Deshalb macht es Sinn der Emotionalität des Augenblickes aus dem Weg zu gehen indem eine Nacht oder auch mehrere darüber geschlafen wird. Distanz hilft um die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Beim Militär gibt es die Regel, eine Nacht zu schlafen, bevor eine Beschwerde über einen Vorgesetzten geschrieben wird. Somit wird die Emotion herausgenommen die im Eifer des Gefechts und in der Aufregung erlebt wird. Am nächsten Morgen sieht die Welt anders aus. Die erste Euphorie verfliegt wenn man etwas Zeit gewinnt und der tolle Sportwagen macht auf den zweiten Blick nicht mehr soviel Sinn wenn die Frau schwanger ist.

3.) Langfristigkeit

Es ist wichtig die langfristigen Auswirkungen einer Entscheidung zu berücksichtigen. Wir stellen uns andere Szenarien vor als die, die im Moment am wahrscheinlichsten erscheinen. Was wäre wenn? Welche Gefahren drohen bei der einen oder anderen Möglichkeit? Gibt es einen Plan B? In Israelischen Militär bekommt einer im Team immer die Aufgabe dagegen zu sein. Das bewirkt dass aktiv über Alternativen nachgedacht wird. Nichts ist alternativlos und es ist wichtig einen Plan B zu haben.

4.) 100% Verantwortung

Letztlich muss die Entscheidung getroffen werden. Selbst die grösste Sorgfalt kann nicht vermeiden dass unvorhergesehene Veränderungen den Erfolg beeinträchtigen oder sich gar ein Fehler eingeschlichen hat. Wer eine Entscheidung getroffen hat muss die Verantwortung auch übernehmen und sich vor das Team stellen. Wer nichts entscheidet, kann nichts falsch machen aber auch nichts bewirken. Wer eine Entscheidung gut vorbereitet und dokumentiert hat braucht nichts zu fürchten. Sollte sich eine Entscheidung als Fehler und Misserfolg herausstellen wird daraus gelernt. Aufstehen, Krone richten und es geht weiter. Nur so entwickeln wir uns weiter. Wer sorgfältig Entscheidungen vorbereitet und dokumentiert hat braucht vor der Zukunft keine Angst haben.

 

Wie treffen sie ihre Entscheidungen? Ich würde mich über Rückmeldungen zu dem Thema freuen.

Ihr Stefan G. Moll

 

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