Ordnung ins Chaos bringen

In Zeiten des Multitasking wird eine strukturierte Herangehensweise an die vielen Aufgaben im Leben immer wichtiger. Ordnung im Chaos ist einfach, wenn ein Paar Regeln beachtet werden. Wie ich das für mich mache, möchte ich mit diesem Eintrag teilen.

Multitasking

In der Modernen schnelllebigen Zeit in der wir leben müssen oft viele Dinge gleichzeitig erledigt werden.

Unsere moderne Zeit ist schnelllebiger geworden. Viele Dinge müssen gleichzeitig erledigt werden und die Informationsflut ist stark angestiegen. Wer die Zeit vor Email, Handy und Internet kennt wird sich manchmal nach der alten guten Zeit zurücksehnen aber sie wird nicht wiederkommen. Ich war immer ziemlich gestresst wegen der vielen Aufgaben, die zu erledigen waren. Es war, als wenn ein kleiner Affe im Kopf mich an wichtige Aufgaben erinnert, wenn ich es nicht brauche. Wissenschaftler haben herausgefunden, das liegt an der Art und Weise wie unser Gehirn arbeitet. Das führt zu Stress, niedriger Produktivität und Übermüdung. Es kann letztlich auch der Gesundheit Schaden zufügen.

Lesen macht schlau

Auf der Suche nach verbesserter persönlicher Organisation, Produktivität und Struktur habe ich viele Bücher gelesen. Die meisten handeln von Zeitmanagement. Leider funktioniert das klassische Zeitmanagement nicht. Auch ich habe damals mit Taschenkalendern gearbeitet, oft nach dem Motto: „Ich weiß schon was wichtig ist….!!“ Das Problem ist, dass unser Gehirn so nicht funktioniert. Ich hatte Menschen, denen schien alles leicht zufallen. Sie jonglierten alles gleichzeitig und waren dabei noch erfolgreich. Wie machen die das?

Die Geheimwaffe

Vor einigen Jahren besuchte ich ein Seminar. Das Thema, „Wie ich meine persönliche Produktivität verbessern kann“. Ich dachte, „wieder so ein blödes Zeitmanagement Seminar, das wird nix“. Begleitend zu dem Kurs bekamen wir das Buch des Erfinders der Methode zu lesen. Der Kurs und das Buch waren das Beste was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Es ist die Methode und das Buch „Getting Things Done“ von David Allen. Das Buch ist 2015 in einer überarbeiteten Ausgabe auf Englisch im Penguin Books Verlag erschienen und hat die ISBN-10: 0143126563, ISBN-13: 978-0143126560. Es gibt auch eine Deutsche Ausgabe von dem Buch. Ich werde hier nicht auf das Buch im Detail eingehen den darüber ist im Netz viel geschrieben worden und ich empfehle die Lektüre den sie hat mein Leben verändert.

Für mich gibt es 3 wichtige Erkenntnisse aus dem Buch:

  1. Ich ein System dem ich vertraue.
  2. Ich brauche Disziplin und Organisation.
  3. Nur wer macht erledigt die Dinge. 

Das System

Alle Aufgaben und wichtige Notizen an die ich mich erinnern möchte schreibe ich auf. Damit ist sichergestellt dass ich nichts vergesse.

Ich sammle alle Aufgaben schriftlich in speziellen Listen. Diese Listen können digital oder analog geführt werden. Es geht darum, den Kopf zu leeren und dem Affen die Arbeit zu nehmen. In der Folge ist mein Kopf leer und ich weiß dass ich alle wichtigen Aufgaben aufgeschrieben habe und einen Plan habe um sie zu erledigen. Weniger Stress, Ruhe und mehr Gelassenheit sind die Folge. Allerdings bedarf es Disziplin um die persönliche Produktivität zu verändern. Es ist wichtig, einen Ablauf zur Gewohnheit zu machen, der das oben genannte System unterstützt. Ich habe mir zur Angewohnheit gemacht, morgens bevor ich anfange drei wichtige Aufgaben des Tages zu planen. Am Freitag nachmittag mache ich die Überprüfung der erledigten Aufgaben der vergangenen Woche und plane die kommende. Somit bin ich immer aktuell. Ich nutze dazu mein Google Kalender, das iPhone, die Apps Evernote und Wunderlist. Zusätzlich habe ich ein klassisches Notizbuch oder nehme einfach einen Zettel. Ob digital oder analog ist egal. Hauptsache man schreibt.

Organisation

Wichtige Aufgaben mit Terminvorgaben werden sofort in den Kalender eingetragen. Andere Aufgaben plane ich nach Wichtigkeit und Ort ein.

Die Notizen und Aufgaben werden gesammelt. Dafür habe ich eine analoge und digitale Inbox. Alle Zettel und Notizen sind an einem Platz und nichts geht verloren. Handschriftliche Notizen können mit dem iPhone abfotografiert werden und werden so digital. Evernote erkennt sogar die Schrift in den Bildern. Die Aufgaben mit klarem Terminvorgaben, zum Beispiel Termine, Rechnungen mit Fälligkeitsdatum oder zeitgebundene Meetings schreibe ich direkt in meinen Kalender. Die anderen Aufgaben sind in den Listen die ich täglich und wöchentlich überarbeite. Jeden Tag mache ich eine Überprüfung was ich am vorigen Tag erledigt habe, was ist liegengeblieben und was muss noch erledigt werden. Dann schaue ich was heute geplant ist und was eventuell auf später verschoben werden kann. Die Prioritäten setze ich bei der Überprüfung. Freitags überprüfe ich was in der Woche war und was ich erreicht habe. Dann wird ein Wochenplan für die nächste Woche gemacht.

Dinge erledigen

Aussitzen mag in der Politik funktionieren aber in der persönlichen Produktivität macht sich nichts von alleine. Nur wer macht, kann Dinge erledigen und erfolgreich sein. Die goldene Regel lautet:

„Was ich in 2 Minuten erledigen kann mache ich sofort.“

Oder wie zu Omas Zeiten:

„Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf Morgen.“

Alles andere wird geplant oder delegiert. Manches kann auch auf später verschoben oder gar gelöscht werden. Es hängt immer von den Prioritäten ab. Es macht auch Sinn die Aufgaben und Projekte regelmäßig zu überprüfen ob sie noch aktuell sind. Manches was heute wichtig erscheint hat sich morgen erledigt und kann gelöscht werden.

Fertig werden

Fertig wird der Mensch im Leben nie. Jeden Tag kommen neue Projekte, Aufgaben und Erledigungen hinzu. Der Trick ist, das Wichtige und Richtige zuerst zu tun, dann läuft es. Eine Selbstverständlichkeit, jedoch niemand ist vor der Prokrastination gefeit. Letztlich muss man machen. Den nur was gemacht wird ist irgendwann erledigt.

Ich würde mich über Rückmeldungen zum Thema freuen. Wie haben Sie ihre persönliche Produktivität organisiert? Welche Erfahrungen haben Sie mit „Getting Things Done“ ?

Ihr Stefan Moll

 

Bessere Entscheidungen treffen

Untersuchungen zeigen, Erfolgsquoten von Entscheidungen sind schlecht. Wie Sie Ihre Erfolgsquote bei Entscheidungen erhöhen erfahren sie in diesem Beitrag. Entscheidungen haben kurzfristige, mittelfristige und auch sehr langfristige Konsequenzen. Die Auswirkungen sind auf den ersten Blick meist nicht zu erkennen. Oftmals stellt sich eine Entscheidungen als falsch heraus obwohl sie auf den ersten Blick richtig erschienen. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer aber dann ist es zu spät. Warum ist das so und wie wird es besser gemacht?

Berufsleben

Eine Führungskraft in einem Unternehmen trifft täglich weitreichende Entscheidungen. Mitarbeiter werden eingestellt und entlassen. Preise werden erhöht oder reduziert. Kunden werden hinzugewonnen und auch wieder entlassen. Zu den grössten Entscheidungen im Geschäftsleben gehören Firmenübernahmen. Es gibt amerikanische Studien, die zeigen dass Firmenübernahmen oder Zusammenschlüsse in den allermeisten Fällen keinen Mehrwert für die Aktionäre bringen. Desweiteren haben Wissenschaftler herausgefunden dass zum Beispiel Lehrer eine höhere Wahrscheinlichkeit haben im Beruf zu versagen als ihre Schüler und Studenten. In einer anderen Untersuchung wurden Führungskräfte zur Erfolgsquote ihrer Entscheidungen befragt und 60% der Führungskräfte sagten dass die Anzahl guter und schlechter Entscheidungen ungefähr die Waage halten. Das spricht nicht gerade für die Entscheidungen der Manager im Geschäftsleben.

Privatleben

Im privaten Bereich ist es nicht besser. Immer wieder werden falsche Investmententscheidungen getroffen, Aktien oder Fonds hoch gekauft und niedrig verkauft. Ein Gebrauchtwagen wird angeschafft, der sich später als Rostlaube herausstellt. Ein Urlaub wird aufgrund einer tollen Broschüre gebucht und vor Ort liegt das Hotel zwischen zwei Großbaustellen. Falsche Freunde führen zu verpassten Lebenschancen und die vielen Ehescheidungen der westlichen Welt zeugt von vielen falschen Entscheidungen bei der Partnerwahl.

Aus dem Bauch

Das Bauchgefühl wird häufig empfohlen um um eine gute Entscheidung zu treffen. „Aus dem Bauch heraus“ wird entschieden. Der Bauch weiß schon was gut ist. Die oben genannten Fakten sprechen leider nicht dafür, dass unser Bauch die richtigen Entscheidungen trifft. Warum machen wir so viele Fehlentscheidungen?

Normalerweise gehen wir bei einer Entscheidung folgender Maßen vor:

  1. Möglichkeiten auswählen (meistens zwei Alternativen)
  2. Analyse der Möglichkeiten (es werden Daten und Fakten verglichen)
  3. Entscheidung 
  4. Damit leben

Dabei vergessen wir dass es Fallstricke und unterbewusste Feinde guter Entscheidungen gibt.

Die dunkle Seite 

Auf den ersten Blick sollte die oben beschriebene Vorgehensweise „eigentlich“ ausreichen. Aber eben nur „eigentlich“. Es scheint im ersten Moment einfach eine Entscheidung zu treffen, weil die Alternativen so klar erscheinen. Viele vergessen dabei die dunkle Seite der der Entscheidungsfindung die zu Fehlentscheidungen führen:

  1. Selbsteinschränkung
  2. Befangenheit
  3. Kurzfristige Emotionen
  4. Übersteigertes Selbstvertrauen

1.) Selbsteinschränkung

Meistens sehen wir nicht alle möglichen Optionen. Unser Blickfeld ist eingeschränkt. Anstatt das eine oder das andere gibt es auch noch das eine mit dem anderen oder eine ganz andere Möglichkeit die wir noch nicht kennen. Wir schränken uns durch einen zu eng gesetzten Rahmen zu stark ein und haben deswegen die beste Option gar nicht zur Verfügung.

2.) Befangenheit

Wir neigen dazu unsere eigenen Glaubenssätze zu bestätigen indem wir nach Daten suchen die unsere Glaubenssätze untermauern ohne sie zu hinterfragen. Dabei unterstützen wir unterbewusst die bevorzugte Möglichkeit.

3.) Kurzfristige Emotionen

Wir werden nur zu leicht von unseren Emotionen beeinflusst. Ohne die nötige Objektivität und Distanz führt das zu falschen Entscheidungen.

4.) Übersteigertes Selbstvertrauen

Wir haben zu viel Vertrauen in unsere eigenen Vorhersagen und hinterfragen sie nicht. Es kann nicht sein was nicht sein darf.

Meine Vorgehensweise

Um Fehlentscheidungen im Leben zu vermeiden, empfehle ich insbesondere bei größeren Entscheidungen eine strukturierte Vorgehensweise.

1.) Erweitern

Zuerst sollten bei der Suche nach möglichen Optionen die Möglichkeiten erweitert werden. Wir müssen möglichst alle Optionen suchen, die es für den Fall gibt. Vielleicht gibt es Möglichkeiten die im ersten Moment noch gar nicht berücksichtigt werden. Dadurch wird vermieden dass der Entscheidungsrahmen zu eng gesteckt wird und die beste Möglichkeit gar nicht berücksichtigt wird. Andere Meinungen, auch von vermeintlich Unbeteiligten sollten mit einbezogen werden. Eine Entscheidung hat oft unvorhergesehene Auswirkungen auf andere. Wird sie unilateral getroffen werden resultiert das in oft negative Auswirkungen auf andere und letztlich auf das Gesamtergebnis. Die geplante Einsparung verpufft, den die Kosten sind höher als ursprünglich gedacht. Das steht einer guten Entscheidung im Wege.

2.) Distanz

Emotionen spielen bei Entscheidungen leider eine zu große Rolle. Deshalb macht es Sinn der Emotionalität des Augenblickes aus dem Weg zu gehen indem eine Nacht oder auch mehrere darüber geschlafen wird. Distanz hilft um die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Beim Militär gibt es die Regel, eine Nacht zu schlafen, bevor eine Beschwerde über einen Vorgesetzten geschrieben wird. Somit wird die Emotion herausgenommen die im Eifer des Gefechts und in der Aufregung erlebt wird. Am nächsten Morgen sieht die Welt anders aus. Die erste Euphorie verfliegt wenn man etwas Zeit gewinnt und der tolle Sportwagen macht auf den zweiten Blick nicht mehr soviel Sinn wenn die Frau schwanger ist.

3.) Langfristigkeit

Es ist wichtig die langfristigen Auswirkungen einer Entscheidung zu berücksichtigen. Wir stellen uns andere Szenarien vor als die, die im Moment am wahrscheinlichsten erscheinen. Was wäre wenn? Welche Gefahren drohen bei der einen oder anderen Möglichkeit? Gibt es einen Plan B? In Israelischen Militär bekommt einer im Team immer die Aufgabe dagegen zu sein. Das bewirkt dass aktiv über Alternativen nachgedacht wird. Nichts ist alternativlos und es ist wichtig einen Plan B zu haben.

4.) 100% Verantwortung

Letztlich muss die Entscheidung getroffen werden. Selbst die grösste Sorgfalt kann nicht vermeiden dass unvorhergesehene Veränderungen den Erfolg beeinträchtigen oder sich gar ein Fehler eingeschlichen hat. Wer eine Entscheidung getroffen hat muss die Verantwortung auch übernehmen und sich vor das Team stellen. Wer nichts entscheidet, kann nichts falsch machen aber auch nichts bewirken. Wer eine Entscheidung gut vorbereitet und dokumentiert hat braucht nichts zu fürchten. Sollte sich eine Entscheidung als Fehler und Misserfolg herausstellen wird daraus gelernt. Aufstehen, Krone richten und es geht weiter. Nur so entwickeln wir uns weiter. Wer sorgfältig Entscheidungen vorbereitet und dokumentiert hat braucht vor der Zukunft keine Angst haben.

 

Wie treffen sie ihre Entscheidungen? Ich würde mich über Rückmeldungen zu dem Thema freuen.

Ihr Stefan G. Moll

 

Gute Vorsätze 2017

Haben Sie gute Vorsätze für das neue Jahr? Am Ende des Jahres wird viel von guten Vorsätzen für das kommende Jahr gesprochen und geschrieben. Im Fernsehen werden Prominente gefragt, welche guten Vorsätze sie den für 2017 haben. Die Tageszeitungen und Magazine sind voll mit Artikeln zum Thema. Da hört und liest man über Gewichtsreduktion, mehr Zeit für die Familie, mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken, etc….

Vorsätze werden meist gebrochen

Bei uns ist die Zeit „zwischen den Jahren“ verplant mit Einkäufen für Silvester, Besuchen bei Verwandten, unser Sohn kommt an den Feiertagen nach Hause und dieses Jahr muss meine Frau arbeiten gehen weil sie einen neuen Job im Einzelhandel angefangen hat. Da bleibt nicht viel Zeit um über gute Vorsätze nachzudenken. Einen Anreiz darüber nachzudenken gab heute ein Prominenter im ZDF Frühstücksfernsehen. Er hat auf die Frage welche Vorsätze er den für 2017 hat gesagt, dass er nie gute Vorsätze hat. Die seien sowieso dazu da dass man sie bricht. Er überrascht lieber mit echten Taten. Ich finde, das ist doch ein guter Vorsatz“ den ich auch unterschreiben kann. Letztlich zählt nicht was ich mir vornehme und plane sondern was ich tatsächlich mache.

Zeit nehmen für eigene Lebensplanung

Das alles hindert mich nicht am Ende des Jahres mal hinzusetzen und zu überlegen wie das vergangene Jahr war. Was habe ich geplant und erreicht, was nicht, was war gut oder nicht so gut und was kann ich im neuen Jahr besser machen. In einem früheren Beitrag zum Thema Besprechungen habe ich über das Thema „Vorgangsüberprüfung“ berichtet und das wäre sozusagen eine „Vorgangsüberprüfung“ des eigenen Lebens. Ich frage mich dabei ob ich mit meinen Zielen noch einverstanden bin? Wenn ja, ist mein Handeln auch nach den Zielen ausgerichtet? Was kann ich im Leben ändern damit ich schneller ans Ziel komme? Diese Überprüfung der eigenen Ziele am Ende des Jahres ist übrigens auch für das Geschäftsleben wichtig aber da Arbeit immer Teil des eigenen Lebens ist, ist das kein eigenes Thema. Es wird gemeinsam mit der privaten Lebensplanung betrachtet. Sollten die Ziele der Arbeit mit den persönlichen Zielen nicht vereinbar sein, muss ich etwas ändern sonst werde ich nicht glücklich.

Buchempfehlung

Für alle die im neuen Jahr zu dem Thema mehr lesen wollen empfehle ich das tolle Buch von David Allen:

„Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag.“ 

erschienen bei Piper Taschenbuch.

ISBN-10: 3492307205
ISBN-13: 978-3492307208

erhältlich im Versand oder Buchhandel.

Guten Rutsch und ein gutes neues Jahr 2017

Am 31.12. feiere ich mit meiner Familie und ein Paar Freunden Silvester. Wir werden gemeinsam essen, anstoßen und trinken. Dinner for one gehört natürlich auch dazu. „The same proceedure as every year, James…!“ Ein Paar Böller und Heuler aus der Schreckschußpistole gibt es auch. Mein Sohn und Frau werden wie jedes Jahr Raketen steigen lassen und Böller anzünden und sicherlich wird sich jemand die Finger verbrennen. Ich betrachte das Feuerwerk von meinem Wohnzimmer den da habe ich einen tollen Blick über die Vorderpfalz. Wir können, wenn es nicht wieder nebelig wird, das Feuerwerk der Vorderpfalz von Ludwigshafen bis Neustadt von oben betrachten. Ich wünsche mir Gesundheit und Frieden für 2017. Eine neue berufliche Herausforderung wäre toll. Allen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allem das es ein friedliches und gutes Jahr 2017 wird.

Liebe Grüsse

Euer Stefan G. Moll

 

Es weihnachtet sehr

Besinnlich oder Betriebsam

„Von draus vom Walde komm´ ich her. Ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr…. “  ist eine Zeile aus einem alten deutschen Weihnachtsgedicht von Theodor Sturm. Das schönste aller Feste ist nicht mehr weit und viele werden zwischen den Jahren Urlaub haben oder sich frei nehmen. Da fragen sich sicherlich viele, was sollen sie mit der Freizeit machen? Ich habe neulich in einen Karriere-Blog eine Empfehlung gelesen, die Zeit zwischen den Jahren zu nutzen um die Karriere nach vorne zu bringen. Es wurden viele Tipps gegeben was alles zu tun ist um den nächsten erfolgreichen Schritt in der Karriere im neuen Jahr zu machen. Der Artikel veranlasste mich diesen Beitrag zu schreiben. Mein erster Gedanke war, für die Karriere ist doch das ganze Jahr genügend Zeit. Muss das in der Weihnachtszeit sein? Wer das Glück hat zwischen den Jahren frei zu haben sollte diese Freizeit nutzen um zur Ruhe zu kommen und die leeren Batterien aufzuladen. Also erst einmal durchatmen und entspannen. Ob ich eine betriebsame oder besinnliche Weihnacht verbringe kann ich selber beeinflussen.

Hektik 

Die Vorweihnachtszeit ist immer hektisch. Der Benediktiner Pater Anselm Grün schreibt in seinem Buch Herzensruhe: „Das Leben ist heute von dieser aggressiven Grundstimmung geprägt. Da erlauben wir uns gar nicht mehr auszuruhen.“ Er spricht von der Hektik und erklärt, dass dieses Wort vom griechischen Wort „hexis“ kommt. Hexis bedeutet Haltung und Zustand. In der Medizinsprache bedeutet ein hektisches Fieber „ein lang anhaltendes chronisches Fieber“. Genauso fühle ich mich manchmal in dieser Zeit. Die vielen Tätigkeiten, die den Tag verplanen kommen mir vor wie ein hektisches Fieber welches nicht aufhört. Er schreibt weiter über die getriebenen Menschen, die gehetzt werden und nie zur Ruhe kommen und wie ungesund das sei.

Weihnachtsstress

Getrieben von den Anforderung anderer und dem eigenen Erfolg vergessen wir das dass der Mensch zur Ruhe kommen muss um Kraft und Energie für seine Aufgaben zu tanken.

Mir kommt es dabei manchmal vor als ob die Menschen glauben, an Weihnachten hört die Welt auf sich zu drehen. Immer früher werden in den Geschäften die Weihnachtsartikel angeboten. Da gibt es bereits im September Lebkuchen zu kaufen. Ende November wird dann bereits der Konsum mit Cybermonday oder Black Friday angeheizt. Anfang Dezember kann ich mich vor Verlockungen und Schnäppchen kaum noch retten. Zu den üblichen persönlichen Vorbereitungen und Einkäufen für das Fest kommen geschäftliche Kundenbesuche, Weihnachtsfeier, Kunden für das Geschäft danken. Weihnachtskarten versenden, Jahresberichte vorbereiten etc. Staus auf der Autobahn, schlechtes Wetter und Termindruck. Wer es noch nicht gemacht hat muss sich die Einkommenssteuererklärung fertig machen. Termine über Termine. Das ist die Hetze von der Anselm Grün schreibt. Zu Ruhe kommen fällt da schwer.

Zur Ruhe kommen
Das Weihnachtsfest ist für mich das schönste Fest und ich freue mich jedes Jahr darauf. Ich feiere mit meiner Familie ganz traditionell Deutsch mit Weihnachtsbaum, Stille Nacht, Heilige Nacht singen,  Würstchen essen und am ersten Feiertag gibt es einen Gänsebraten. Dazu einen leckeren Wein. Wenn die Geschenke ausgepackt sind und die Gans verspeist, ist endlich mal Zeit für Muße. Früher habe auch ich die Zeit zwischen den Jahren genutzt um Dinge zu erledigen, die liegen geblieben sind. Heute versuche ich das bewusst nicht zu machen und zur Ruhe zu kommen. Das fällt mir immer noch schwer, obwohl ich in den letzten Jahren viel dazugelernt habe was dieses Thema betrifft. Es ist schwer einfach mal nix zu tun. Das schlechte Gewissen befällt mich in solchen Momenten. In unserer Gesellschaft wird Nichtstun mit Faulheit oder Unproduktivität gleichgesetzt. So sind wir erzogen. Das stimmt aber nicht. Für Körper und Seele ist es überaus wichtig zur Ruhe kommen. Nur dann kann ich über das Leben, die Welt und Probleme die mich beschäftigen achtsam nachdenken. Und genau das ist wichtig. Achtsam nachdenken, denn nur wer nachdenkt kann eine gute Entscheidung für die Zukunft treffen. Ich werde dieses Jahr die Zeit zwischen den Jahre dazu nutzen. Versuchen Sie es auch. Und übrigens, die Welt dreht sich nach Weihnachten auch noch.

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen Lesern ein geruhsames und besinnliches Weihnachtsfest. Kommen Sie zur Ruhe. Schenken sie Ihren Lieben Ihre volle Präsenz, denn für einen anderen lieben Menschen wahrhaft präsent zu sein ist das größte Geschenk dass man geben kann. Gehen Sie mit der Familie in den Wald spazieren. Genießen Sie die Zeit mit Ihren Lieben. Vergessen Sie für diesen Augenblick Ihre Sorgen und Ängste und genießen Sie den Moment. Schreiben Sie mir gerne in die Kommentare wie Sie das Fest feiern. Wie kommen Sie zur Ruhe und womit tanken Sie Kraft?

Euer

Stefan G. Moll